Ich selbst habe nach einem ganzen Tag Computerspielen mich in der Welt der Computer wiedergefunden. Aber es gibt noch beeindruckerende Beispiele dafür, wie unser Beschäftigung im Wachzustand unsere Traumwelt beeinflussen kann:
Keilschrift
Der Assyrologe Professor Hilprecht hat im Traum die Lösung für die Entzifferung der Keilschrift auf zwei Achatbruchstücken erhalten. Er glaubte, daß sie Teile von verschiedenen Fingeringen sein könnten.
Im Traum erscheint ihm ein Priester, der ihm erzählte, daß die beiden Fragmente einst einen Votivzylinder bildeten, doch als die Priester den Auftrag hatten für die Statue des Gottes Ninib ein Paar Achatohrringe anzufertigen und ihnen Achatrohmaterial fehlte, zerschlugen sie den Achatzylinder in drei Teile und fertigten daraus drei Ohrringe, von denen diese zwei Bruchstücke der Götterstatue als Ohrringe dienten.
Im Museum von Konstantinopel fügte er die Bruchstücke zusammen, sie passten genau zusammen und die Inschrift auf dem Votivzylinder lautet: Dem Gott Ninib, Sohn des Bel, seinem Herrn, hat Kurigalzu, Pontifex von Bel gestiftet."
Benzolring
Der deutsche Chemiker August Kekule hatte nach jahrelangen Versuchen die Molekularstruktur des Benzolrings zu bestimmen im Jahre 1865 folgenden Traum:
Atome gaukelten vor seinen Augen und bildeten eine schlangenartige Bewegung. (Kommentar: Freud hätte die Schlange als Sexualsymbol gedeutet, ich als Uroborus.) Eine dieser Schlangen erfaßte den eigenen Schwanz. Dadurch erhielt er die Erkenntnis, daß die Benzolstruktur ein geschlossener Kohlenstoffring ist.
Als er am 11.März 1890 während der Feier der 25-jährigen Entdeckung des Benzolrings im Berliner Rathaus eine Rede hielt, schloß er sie mit folgenden Worten. "Lernen wir träumen, meine Herren, dann werden wir vielleicht die Wahrheit finden".

