touch the sound
ist
ein Film über die fast taube Perkussionistin Evelyn Glennie und die
Möglichkeit Musik zu spüren. Ausgehend von einer alten Fabrikhalle
in Dormagen, wo Evelyn mit Fred Frith ihre erste CD mit improvisierter Musik
aufnimmt, unternimmt der Film eine Reise um die Welt, nach Japan, Kalifornien,
New York und Schottland. Während Sie einer tauben Schülerin die
Vibration der Musikinstrumente näherbringt, erinnere ich mich an einen
blinden Fotografen und nehme mir vor, Portraitfotografie "blind"
zu versuchen.
Vom Pressetext her hätte ich mir mehr Szenen, in denen Musik und Bilder miteinander verschwimmen, erwartet. Teilweise war der Film auch zu langatmig.
ABER nachdem ich aus dem Kino gekommen bin, habe ich alle Geräusche
verstärkt wahrgenommen. Die Musik im Foyer, die Stimmen der auf die
nächste Vorstellung Wartenden und das Schliessen der Kinosaaltür.
Vielleicht war die Stille und Langatmigkeit des Filmes notwendig um auf
Geräusche sensibilisiert zu werden. Wie ich mir in der U-bahn meinen
Walkman aufsetzen wollte um Musik zu hören, habe ich ihn gleich wieder
eingesteckt, weil ich die "Musik" die im Waggon zu hören
war, wahrnehmen wollte. Ich vernahm das Rascheln einer Zeitung im hintersten
Bereich des Wagens, das Öffnen und Schliessen der Türen, das Streifen
der Jackenärmel am Körper des jeweils tragenden Besitzers. Beim
Rolltreppenfahren war noch neben den eh kaum überhörbaren Tackern
ein schleifendes Geräusch zu vernehmen, die eigenen knirschenden Schritte
im Schnee und die auf der Strasse über eine Schwelle fahrenden Autos.
Der Soundtrack könnte es wert sein gekauft zu werden..
