dogville
mit dem film dogville hat lars von trier einen sehr interessanten film geschaffen.
die handlung spielt in einem dorf namens dogville. die wände der häuser dieses dorfes sind auf den boden einer bühne gezeichnet worden. möbelstücke innerhalb dieser und die schauspieler selbst reichen vollkommen aus die geschichte dieses films lebendig werden zu lassen.
eine frau auf der flucht vor gangstern landet in dogville. sie wird nach der fürsprache des dorfphilosophen von den bewohnern aufgenommen. als gegenleistung nimmt sie den seßhaften arbeit ab. als die polizei nach ihr sucht werden ihre arbeitsbedingungen verschärft.
ich habe an die ach so gütige behandlung von flüchtlingen denken müssen. sie werden bei uns aufgenommen und haben dann dankbar und mucksmäußchen still die drecksarbeit zu erledigen.
als sie sich vor der polizei, die im ort nach ihr sucht versteckt, wird sie von einem bewohner, der diese situation ausnutzt, vergewaltigt. als seine ehefrau bemerkt, daß sie immer wieder ihrem mann "schöne augen" macht, entsteht ein bild, daß von menschen gezeichnet wird, die bei einem mißbrauch, die situation verkehren und umdrehen.
nach einer mißglückten flucht wird sie an eine kette gefesselt.
nacheinander mißbrauchen alle männer des dorfes bis auf den dorfphilosophen sie. beide lieben einander. als er auf eine ähnliche art wie die männer des dorfes mit ihr verkehren will und sie ablehnt, weil sie in freiheit ihm begegnen möchte, kriegt er angst und verrät sie an die gangster. diese szene zeigt mir die schwierigkeit der begegnung von mann und frau abseits gesellschaftlich eingeübter mißbrauchsrituale, die man(n) vielleicht gar nicht merkt.
der film wirft für mich auch die frage auf inwiefern "arme, einfache und herzensgute menschen" nicht genauso schlimm wie die mafia, verbrecher oder sogar terroristen sind.

